Montag, 20. Oktober 2014

Ein Hut, ein Stock, ein Damenunterrock

Während ich den Titel meines Pots eintippe, wird in mir der Wunsch laut, einen Unterrock zu nähen. Ich denke darüber nach. Vielleicht mache ich das bald mal... Großartig, wenn einem beim Schreiben über das Nähen bereits die Ideen für neue Projekte durch den Kopf gehen. 

Zunächst aber zu meinen Nähumständen. Die Maschinen sind wieder bei mir (ich schrieb es letzte Woche schon). Die Wohnung ist Chaosfrei und ich bin hoch motiviert, geordnet und präpariert. Ich lese seit geraumer Zeit den wunderbaren Blog von Tilly "Tilly and the Buttons". Ich mag sowohl ihren Klamotten- als auch ihren Schreibstil. Ihr Buch (zum Blog) ist mitlerweile auch auf deutsch erschienen und so machte ich mir selber ein Geschenk zum überstandenen Umzug. Ich mag das Buch gar sehr gerne. Auch wenn die Mode der 50er und 60er Jahre nur bedingt zu mir passt, gibt es hier doch das ein oder andere Teil, das bestimmt ein Lieblingsstück werden könnte. 

Bis dahin wird aber der kleine Mensch hier im Haus noch ein wenig benäht. Wir haben eine ganz goldige Frottee-Hose in dunkelblau, die ich gerne noch einmal in einer anderen Farbe gehabt hätte. Leider finde ich den Frottee, den ich bisher gefunden habe, überhaupt nicht schön. Weder die Farben, noch die Struktur gefielen mir so wirklich. In einem bezaubernden Stofflädchen in der alten Heimat wurde ich dann aber doch noch fündig. Gut, das Stöffchen ist schon sehr rosa, aber ich mags. In Kombination mit einem Schnitt à la Klimperklein ist daraus eine gemütliche Hose geworden, in der man herrlich krabbeln kann.

















Leider habe ich die Größe und damit einhergehende Stoffmenge unterschätzt, die ich ich jetzt für solche Kleidungsstücke brauche. Der Zuschnitt war daher ein ziemliches gefrickel und ist auch nicht 100%ig gut gegangen. Ein Hosenbein musste ich zwei Mal zuschneiden. Leider ist mir mein Fehler erst aufgefallen, als das Beinbündchen schon an der Hose war. Also: Bündchen abgeschnitten, Bein neu zugeschnitten und erneut genäht, Bündchen wieder ans Bein genäht, und.... der Klassiker: Ich habe das Bündchen falsch herum an das Bein gesetzt, so dass die Naht jetzt außen ist. Tadaaa.... Ich bin so ein Esel, ehrlich. 
Naja, das Kind schlief während des Nähens. Die Hose wird also gleich ersteinmal Probe getragen. Dann schaue ich, was ich verbessern kann und da wir nächste Woche wieder Oma und Opa besuchen fahren, kaufe ich einfach das Stöffchen nochmal und fange nochmal ganz von vorne an. So richtig, mit ausreichenden Stoff, vernünftigem Zuschnitt, anständigen Bündchen und allem was dazu gehört. 

Hier im Norden ist es seit gestern ganz schön windig. Mein armes Kind hat aber nur noch eine Mütze, die ihm passt. Ich habe also beschlossen, eine neue Mütze zu nähen. Hier das Ergebnis sieht man unten auf dem Bild. Der geübten, nähenden und bloglesenden Mutter fällt natürlich sofort auf, dass das Schnittmuster für die Mütze der Feder von Schnabelina entstammt.
Den grauen Nikki habe ich in Maastricht geschnappt. Ich denke daraus gibt es noch eine zweite Krabbelhose. Der bezaubernde Sternen-Nikki ist ein Stoffrest, den Frau Kirsche mir dankenswerterweise vermacht hat. An der Stelle Küsse in die urbane Nachbarschaft.


















Eine neue Hose, eine neue Mütze und keine Laktoseintoleranz, da MÜSSEN wir ja heute dem Rohmilch-Blog einen Besuch abstatten.

Montag, 13. Oktober 2014

Verstoffwechselt

Ich habe gezittert. Ich hatte kalten Schweiß am ganzen Körper. Ich habe gejammert, gefleht und gebettelt. Alles hat nichts geholfen. Drei Wochen lang hatte ich kaum Internetzugang und erst recht keine Nähmschine. Es war die Hölle. Aber jetzt nähern wir uns in großen Schritten wieder der Normalität. Ich melde mich also mit einem Update und neuen Nähprojekten aus dem dreiwöchigen Exil zurück.

Aber fangen wir vorne an.
Wir waren in der alten Heimat zwecks Weißheitszahnentfernung. Soviel vorne weg: Die Zähne sind raus, aber ich weiß zum Glück immer noch alles (besser).
Mein geliebter Mini-Mensch hat in dieser Zeit alle auf trapp gehalten. Vor allem die leicht panische Großmutter. Der kleine Lump kann nämlich jetzt ziemlich flink robben und sich hinsetzen. Der Radius an Dingen, die man erreichen kann, obwohl man sie laut langweiliger Erwachsenenregeln nicht haben darf, ist somit enorm erweitert worden. 
Da hatten Oma und Opa aber einiges zu tun. Gerade am Mittwoch standen sie einer gewaltigen Herausforderung gegenüber. Ich habe nämlich seit 10.30 Uhr dieses Tages keine Weißheitszähne mehr und war dementsprechend lediert und habe gejammert. Erschwerend hinzu kam, dass sich diese Betäubung doch recht lange im Körper hält und das Kind solange aus der Flasche trinken musste. Kein leichtes Spiel. Für keinen von uns. 
In dieser schweren Zeit hat Frau Kirsche mich unter anderem mit ihrem Beitrag zum Me Made Mittwoch bei Laune gehalten. Hach sah die entzückend aus. Und die roten, dicken Perlen, die sie trägt, ähnelten irgendwie meinen Backen und so fühlte ich mich ihr verbunden. 
Jedenfalls war die das Betäubungsmittel irgendwann verstoffwechselt und allen ging es gut. Baby glücklich. Ännie glücklich. Oma & Opa glücklich. 

Apropos verstoffwechseln. Im herrlichen Westen der Republik haben auch einige Stöffchen den Besitzer gewechselt. Sehr zu meiner Freude. Ich bin mir noch nicht so sicher, was das Happiness-Barometer meines Mannes bzw. Umzugsleidensgenossen sagen wird, wenn er meine Errungenschaften sieht, aber bis dahin genieße ich meine Erfolge.

Es folgen ab jetzt also Bilder von Stoffen (ich weiß, ist langweilig, aber mehr habe ich derzeit nicht zu bieten), sowie Beschreibungen dessen, was ich in den letzten zwei Wochen Umzugschaos so erträumt habe, daraus zu machen.

Als erstes haben wir hier einen bezaubernden Feincord mit Vögelchen und Plümchen. Den habe ich in Maastricht gejagt und erbeutet. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es eine Hose oder ein Jäckchen wird. Ideen? Inspiration? Irgendwer?














Es folgt mein absoluter Lieblingsstoff aus dieser Jagdsaison. Eine Biobaumwolle mit Märchenrapport. Es handelt sich dabei um einen, wie ich lernte, Two-Face-Stoff. Da freue ich mich schon riesig drauf. Das war der bisher teuerste Stoff, den ich jemals gekauft habe. Aber ich hatte noch einen Gutschein für den beherbergenden Stoffladen und konnte mich voll und ganz austoben. Nebst diesem herzallerliebsten Stöfflein gab es auch noch Webbänder, einen rosa Frotee sowie einen petrolfarbenen Sweat.Aber das wäre nun wirklich zu langweilig, um davon Bilder hier zu zeigen














Ich habe jetzt x-mal versucht die Bilder zu drehen, aber es will nicht klappen, daher seht ihr Hensel und Gretel und auch die sieben Zwerge leider nur auf dem Kopf. Aus dem Stoff jedenfalls möchte ich ein kleines Weihnachtspullöverchen für das Minikind nähen. Die Ärmel werden dabei aus einem Schal gemacht sein, den meine Mama aussortiert hat und der farblich ganz wunderbar zum Stoff und zur ausgesuchten Bündchenware passt. Froide, Froide...


















Aus den nachfolgenden beiden Stoffen wollte ich nocheinmal eine Strampelhose à la Klimperklein zaubern. Die aktuelle wird langsam zu klein und ist auch zu kühl. Daher die geplante Jersey-Nikki Kombination.


 Zu guter letzt noch eine herrliche Webware, die ich ebenfalls in Maastricht auf dem Stoffmarkt entdeckt habe.














Ich war ganz aus dem Häuschen, als ich diesen Stoff an dem Stand entdeckte. Mir war sofort klar, dass das die Vorhänge im neuen Kinderzimmer werden. Als ich das Bild den kundigen Freundinnen zeigt, riefen sie unisono, dass das ein alter Stoff von IKEA sei. Ich war ganz kurz ein bisschen traurig, weil ich dachte, etwas ganz Besonderes geschnappt zu haben und dann.... IKEA. Echt jetzt? Aber immer wenn ich den Stoff anschaue, freue ich mich wie Bolle und stelle mir vor, wie niedlich das Kinderzimmer damit aussehen wird. Die Voränge selbst würde ich gerne mit Clips aufhängem. Das halte ich nämlich vor allem in Sachen Waschen für sehr praktikabel. Die Clips habe ich auch schon. Jetzt hoffe ich inständig, dass ich diese Woche zum nähen komme und ich euch alsbald Ergebnisse präsentieren kann.

Freitag, 19. September 2014

Endlich und Immer noch nicht

Endlich ist der "Me Made Mittwoch" wieder gestartet und ich kann mich wieder durch Massen von Inspirationen klicken. Mein fester Vorsatz für den nächsten Monat ist ja, endlich mal und wirklich jetzt die Schnitte zu nähen, die ich so peu à peu angehäuft habe. Ich muss meine psychische Blockade lösen und diese Kleider nähen und dann vor allem auch als alltagstauglich befinden. Was ist da los mit mir, dass das bis jetzt noch nicht geklappt hat?

Endlich ist auch die Herbst-/Winterhose für den Minimenschen fertig geworden. Mir fehlten immer noch die Belegt und die Bündchen - ich hatte hier darüber berichtet. 

Die Hose habe ich aus dunkelblauem Walkloden genäht. Die Belege sind aus Bio-Jersey von Lana. Ich hatte zuerst Sorge, dass der Walkloden irgendwie zu trist wirken könnte, aber in Kombination mit dem Grinsekatzen-Ringeljersey finde ich es super. Beim nächsten Mal (und das wird es nächsten Herbst bestimmt geben) würde ich die Tascheneingriffe noch mit Einlage verstärken. So sind sie mir ein bisschen zu laberig. 

Auch von meiner Vöglein-Aplikation bin ich immer noch überzeugt und begeistert.



Als ich die Belege eingesetzt hatte und steppen wollte, kamen die frechen Dinger irgendwie an der Seite raus. Und ich hatte dieses Mal wirklich gebügelt. Echt jetzt. Ich habe dann aus der Not eine Tugend gemacht und den Jersey extra ein wenig nach außen gedreht. Jetzt sieht es aus als wäre Paspelband genäht, isses aber nicht. Zack, Pseudopaspel. 

Ich erwähnte es im Herbstbeitrag, aber sicha ist ja bekanntlich sicha: Der Schnitt ist die Strampelhose von Klimperklein.

 


Und weil heute auch endlich Freitag ist, sage ich mit der Hose auch noch Hallo beim Freutag. 

Apropos Freutag. Gestern Morgen hatte ich unfassbar gute Laune. Ich habe also das Kind zum Schlafen ins Bett gebracht. Bin ins Bad gehuscht und habe tanzender Weise laut(er) Hits in meine Haarbürste gegrölt. Ganz vorne mit dabei "Sympathie" von Herrn Tischbein. Bei welchem Dauerbrenner tanzt denn ihr durch eure Wohnung?

Leider sind meine Weißheitszähne immer noch nicht raus. Das passiert diese Woche. Da ich mir das mit Kind doppelt schwierig vorstelle, reise ich nächste Woche in die Heimat und lasse mich von Mama betütteln. 
Noch viel schlimmer ist aber, dass auch immer noch nicht alle Umzugskartons gepackt sind und der Umzug auch noch nicht vorbei ist. Deshalb ist das auch leider erst einmal mein letzter Beitrag für die nächsten zwei Wochen. 
Keine Nähmaschine. Keine Zeit. Kein Platz. Arme Ännie! Um den Schwermut über diesen Umstand zu vertreiben, schmeiße ich jetzt erstmal ein paar Hits aus den 90ern in die Stereoanlage und gehe tanzen. 

Rock 'n' Roll ihr Lieben!

Freitag, 12. September 2014

Löwenanteil

Heute ist wirklich ein Frei-Freutag, denn der seit Jahren heißgeliebter Freund, Kritiker, Weltverbesserer, Besserwisser, Ehemann, Zum-Lachen-Bringer und seit kurzem auch Vater hat heute Geburtstag!

Nebst einer ausreichenden Anzahl an Geschenken wünschte/forderte der gute Mann eine Schokoladentorte als Geburtstagskuchen; "Aber so richtig! Mit viiiiel Schokolade! Und groß! Und für mich alleine!".
Da Geburtstag bei uns in der Familie auch immer gleichbedeutend mit Bestimmertag ist, war sein Wunsch mir ausnahmsweiße mal Befehl und ich habe gebacken. Das Ergebnis könnte man auch "Death of Chocolate" nennen, denn die drei Schokoladenböden sind mit Ganache zusammengeklebt und auch damit ummantelt. 

Die Forderung nach dem größten Stück erfülle ich nur zu gerne, denn die Kalorien feixen geradzu auf diesem Küchlein. Eine Ganache aus einem halben Kilo Kuvertüre und einem Viertel Kilo Sahne lacht einen doch lauthals aus, wenn man jammert und versucht die restlichen Schwangerschaftskilos loszuwerden. 
Jedenfalls darf das Geburtstagskind gerne so viel von dem Kuchen essen, bis es platzt (was vermutlich nach einem Stück der Fall sein wird). Weil also der Liebe den Löwenanteil von Anfang an forderte und überhaupt der weltbeste Löwenvater ist, habe ich, dem Kindergehabe entsprechend, die Torte mit Löwen dekoriert.














Damit die Löwen keinen Hunger bekommen und mir die Torte verputzen, habe ich zur Ablenkung noch Zebraröllchen oben drauf dekoriert - der Brüller....














Ich gehe jetzt die Küche kernsanieren und wünsche euch allen ein wunderbares Wochenende!

Montag, 8. September 2014

Nachträglich

Ich mache ziemlich viel nachträglich. Zum Geburtstag gratulieren, Essen würzen, versäubern...
Heute gibt es ein paar Nachträge zu Projekten, die ich hier schon einmal gezeigt habe und die damals noch nicht ganz fertig waren. 

Vor geraumer Zeit sprach ich davon ein Kittelkleid für die kleine Dame zu nähen. Es sollte mit Flanell gefüttert sein und somit herbsttauglich. Das Probekleidchen war auch schnell passiert, aber bis ich den richtigen Flanell gefunden hatte, sind Wochen ins Land gegangen. Ich habe bei sämtlichen Stoffbezugsquellen in meiner näheren Umgebung immer nur karrierten Flanell gefunden, den man vorrangig zum nähen von Schlafanzügen benutzt - und das war nicht das was ich wollte. Online gab es da natürlich weitaus mehr Auswahl, aber auch hier konnte ich mich nicht wirklich entscheiden, oder wollte es nicht. Irgendwann habe ich mich dann selber ermahnt und einen Stoff ausgesucht. Über Dawanda (was sonst?!) bin ich dann auf MiniBerliner gestoßen und die haben wirklich ganz viele niedliche Stoffe. Jedenfalls konnte ich heute endlich loslegen mit nähen und das ist dabei rausgekommen:

 












Der Schnitt heißt "Home Sweet Home" und ist aus der Ottobre Kids (1/2012). Entgegen der Beschreibung habe ich das Schnittteil im Bruch zugeschnitten um so die Mittelnaht zu verhindern, was ich einfach schöner fand.

 












Den Pünktchenstoff hat die liebe Oma gefunden. Die mausert sich gerade zum wahren Trüffel-Schweinchen in Sachen Stoffjagd. Das Konfettiist auf einem gebrochenen Weiß, fast schon eher Beige, getdruckt. Zuerst war ich mir nicht so sicher, ob mir das Stöffchen gefällt, aber je länger man es betrachtet, desto schöner wird es und in Kombination mit dem Flanell, bin ich schwer verliebt. 

Da die Seite mit den Pünktchen insgesamt ja ein bisschen "einfacher" war, habe ich hier crazy Kam Snaps in Herzchen-Form benutzt und ich finde sie, wie könnte es anders sein, herzig. Die geübten Näherinnen ignorieren bitte meine stellenweise etwas fragliche Stichführung und erfreuen sich an den nächsten Bildern. 














Hier jetzt von der anderen Seite. 













Ich bin froh, dass der Schnitt ohnehin ein Wendekleid vorsieht, sonst hätte ich dieses mehr als flauschigen, wirklich allerliebsten Flanell nicht vernähen können, das wäre einfach zu schade gewesen. Ich habe das Kleidchen in Größe 80 genäht und wohlweißlich soviel Stoff gekauft, dass ich noch ein anderes hübsches Kleidungsstück für meinen kleinen "goldenene Schnatz" nähen kann. Und weil es so schön geworden ist und ich so glücklich bin, plus dem Umstand eines Montags, der heute ist, sind wir auch Gäste bei "My Kid Wears" # 33.

Nebst dem feinen Kleidchen, ist auch noch der zweite Nemesis-Sessel fertig geworden. Diesmal mit Unterstützung des lieben Bruders, der letzte Woche im Norden zu Besuch war. Dankesehr nochmal. 















Ich habe heute via Facebook erfahren, dass die Herzogin Kate mit dem zweiten Baby schwanger ist und mich richtig gefreut. Ist das im genetischen Code einer Mutter verankert, dass man sich so richtig wohlig freut, wenn man so etwas liest. Ich jedenfalls dachte: "Nä wat schönn!".

Ich verabschiede mich mit einem aristrokratischen Winken.

Montag, 1. September 2014

Die röckliche Kommödie

Das Wetter wird wieder schöner, und ich bin, vielleicht deshalb, in Sachen Nähen gerade nicht wirklich motiviert. Letzte Woche habe ich mich dann aber aufgerafft und nicht nur gebacken, sondern tatsächlich auch genäht. 

Meine Mama hatte ein bisschen rumgejammert, sie habe ja einen ganzen Schrank voll "Nichts anzuziehen". Ihre Hosen gefallen ihr gerade nicht, und Röcke hat sie auch keine schönen, erst recht nicht für den bevorstehenden Winter. Da bin ich als weltbeste Tochter natürlich gleich losgezogen und habe einen Schnitt gekauft. Zu verspielt durfte es nicht sein. Auch nicht zu kurz oder gar zu lang. Der Bund bitte nicht zu schmal. Bürotauglich etc. pp. - ihr seht ich hatte absolute Narrenfreiheit bei der Schnittwahl. Geworden ist es dann der Schnitt 6895 von Burda.

Nach der Wahl des Modells ging es dann auf große Stoffsuche. Dazu müsst ihr wissen, dass die Farbpalette im Kleiderschrank meiner Mutter von einem erfrischenden Hellgrau, über ein kesses Mausgrau bis hin zu klassischem Schwarz rangiert. Und viel Muster ist auch nicht dabei - zu ausgeflippt. Auch bei der Stoffwahl konnte ich, wie der aufmerksame Leser bemerkt, aus dem Vollen schöpfen. 
Irgendwann habe ich aber beschlossen, dass ich ja auch irgendwie Heldin dieser röcklichen Kommödie bin, denn schließlich muss ich nähen, und habe dieses Stoff hier ausgesucht: 


Nachdem ich also Höllenkreis eins "Schnittmusterwahl" durchschritten hatte und auch den zweiten Kreis erfolgreich gemeistert habe, ging es jetzt in den dritten Kreis: Das Zuschneiden. Fragt mich nicht, was an dem Tag in meinem Kopf nicht zusammengefunden hat, aber ich musste die Schnittteile bestimmt fünfmal neu stecken, weil sie entweder zu eng (eine Nahtzugabe hätte nicht mehr geschnitten werden können) oder zu weit auseinander gesteckt waren. Oder nicht so, wie es der Plan beschrieb und dann passte nicht alles auf den Stoff. Ach war das eine Quälerei. 
Irgendwann passte dann alles, war geschnitten und geheftet und dann auch bald genäht. Woraufhin ich in den vierten Kreis trat, den des nahtverdeckenden Reißverschlusses. Jetzt wo ich das gute Stück tatschlich dreimal rausgetrennt und wieder eingesetzt habe, weiß ich, dass der Umgang mit den Dingern nur halb so wild ist. 
Jetzt kommt aber der erste richtig große Lacher und gleichzeitig auch Kreis Nummer fünf: Ich hatte den Bund geschnitten und auch schon Einlage aufgebügelt. Dann stecke ich den Bund an den Rock und stelle fest, dass er viel aber wirklich viel zu kurz ist. Man sah nur noch Schnittpläne und Nähanleitungen fliegen, erst weil ich rausfinden wollte, ob ich falsch geschnitten habe, dann musste ich nachschauen, ob ich vielleich häte den Rock einkräuseln sollen und dann einfach aus Wut. Ich weiß bis heute nicht, was genau da passiert ist. Jedenfalls habe ich dann am Rock gemessen und den Bund neu zugeschnitten. 
Als nächstes sah das Schnittmuster einen Schlitz im Rock vor. Glücklicherweise konnte mich ein kurzes Telefonat mit der Rockträgerin vor jenem sechsten Höllenkreis bewahren. Sicherlich wäre es nicht furchtbar kompliziert geworden, aber ich hätte mich doch in die Anleitung einfuchsenen müssen. Da Mama aber Schlitze an Röcken gar nicht so gerne mag, konnte ich diese Quälerei überspringen. Der Rock war dann auch ziemlich flott fertig genäht und ich sehr glücklich mit dem Ergebnis. Das Wochenende und somit meine Eltern konnten kommen.
Letzter Höllenkreis. Ich hatte meine Mama gebeten mir, bevor ich anfange zu nähen, ihre Maße durchzugeben. Demnach hätte ich eine Größe 44 nähen müssen. Da sie aber sonst irgendwo zwischen Größe 38 und 40 liegt, habe ich kurzerhand entschieden, 40 zu nähen. Die neue Besitzerin des Rocks steht also in meinem Wohnzimmer, probiert den Rock an und.... viel zu Groß! Das ist bei Burda wirklich immer so. Die Maße und Schnittgrößen weichen extrem von der eigentlich getragenen Größe ab. Selbst die ist dann aber immer noch viel zu groß. Dadurch, dass ich Bundeinlage verwendet habe, konnte ich jetzt zum Glück ein Gummi einziehen, was meine Mama sich ohnehin gewünscht hatte (bis dahin habe ich das aber einfach ignoriert). Als das Gummiband in den Bund eingezogen war, sah natürlich der Reißverschluss eher bescheiden aus. Und somit sind wir beim Klimax der röcklichen Kommödie angelangt: Den Reißverschluss, der mich einen ganzen Nachmittag Nerven gekostet hat, war am Ende für die Katz. 
Zusammengefasst sind von dem eigentlichen Schnitt nur die einzelnen Schnittteile übrig geblieben. Der Bund wurde durch einen Gummizug ersetzt, Reißverschluss und Schlitz komplett entfernt. Die Trägerin ist aber auf jeden Fall glücklich mit dem Ausgang dieses Werks. 



Freitag, 29. August 2014

The Great Bremen Bake Off

Die letzte Woche bin ich in Sachen Nähen nicht weit gekommen. Viel zu viele Termine und ein Kind das zahnt, lassen in der Casa AnnieWear kaum das tackernde Geräusch der Nähmaschine zu. 

Schön war die Woche trotzdem. Ich habe es nämlich endlich mal geschafft, mein Hörbuch zu Ende zu hören. Kate Morton - Die verlorenen Spuren. Frau Morton schreibt meist über junge Frauen, die ein über die Jahrzehnte gehütetes Familiengeheimnis aufdecken. Das Ganze spielt meist in England und hat damit noch so einen gewissen Rosamunde Pilcher-Charme. Ich jedenfalls liebe es. 

Außerdem hat die fünfte Staffel einer herrlichen britischen Backsendung begonnen: The Great British Bake Off. Nebst dem herrlichen Akzent, wird man hier mit den Backkünsten der Teilnehmer begeistert. Zu den jeweiligen Staffeln gibt es auch immer ein Backbuch mit den Rezepten zur Sendung. Zwei davon habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen. Deshalb konnte ich auch von den Folgen inspiriert meinem Backdrang freien Lauf lassen. Letztes Wochenende gab es dann diesen wunderleckeren Kaffee-Nuss-Kuchen


Das Gute Stück ist Dank seines Toppings wirklich furchtbar süß, aber zwischendurch muss auch so etwas mal sein.Außerdem hatte ich als Beilage zum Salat dieses feine Rosmarin-Tomaten Focaccia gezaubert. Den Salat gabs dann nicht zum Abendessen, das Brot dann auch nicht. Es wurde aber zu einem köstlichen Mittagessen umfunktioniert. 


Diese Woche ist dann auch noch meine Muddi-Gang zum Kaffeeklatsch gekommen. Zwecks dessen habe ich (auch von The Great British Bake Off inspieriert) einen so genannten Lemon Meringue Cake aus dem Ofen gezogen. Es war schon lustig mit Koch- und Wörterbuch gleichzeitig zu arbeiten. Aber das Ergebnis konnte sich essen lassen. 



Vom Schokokuchen, den ich für dieses Wochenende plane, berichte ich euch dann bei Gelegenheit.